Die Treppe zwischen der Bahnhofsstrasse und dem Behmenplatz gehört zu den am meisten begangenen Passagen der Stadt. Sie wird von vier Vitrinen flankiert, die bisher für Werbezwecke genutzt wurden. Ab September 2024 werden in diesen Schaufenstern künstlerische Werke präsentiert, verwandelt sich der Stufenraum in einen Kunstraum mit dem Namen SKALAA. Kuratiert wird diese «Treppe Aarau» von der Künstlerin Silja Dietiker und der kulinarischen Forscherin Susanne Vögeli.


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Der aus der Physik stammende Begriff der Entropie beschreibt im engeren Sinne das Maß an Unordnung in einem System. In dieser Ausstellung überträgt die Künstlerin dieses Konzept in die Malerei; nutzt es gleichsam als gestalterische Leitlinie ihrer Bilder und als Erfahrungsraum der Gegenwart.

Die Arbeit reagiert subtil und malerisch auf eine Zeit, in der politische und gesellschaftliche Strukturen brüchig geworden sind. Gewissheiten lösen sich auf, Krisen überlagern sich, Stabilität wird zur Ausnahme. Diese Erfahrung ist zugleich kollektiv und persönlich.

Die Malerei antwortet darauf nicht durch erkennbare Darstellung, sondern durch Prozess. Sie wird als offenes System verstanden, in dem Ordnung nicht verschwindet, sondern instabil wird. Entropie zeigt sich hier als Verlust von Kontrolle und als Zunahme von Unbestimmtheit.

Trotz dieser Auflösung bleibt eine stille Ordnung spürbar. Reduzierte Farbigkeit, wiederkehrende Muster, und eine sich in die Architektur einbettende dreidimensionale Leinwandgeometrie erzeugen eine fragile Kohärenz. Entropie erscheint nicht als unausweichlicher Endzustand, sondern als Übergang – als Moment, in dem neue Formen möglich werden, ohne sich bereits festzulegen.

Die Ausstellung lädt dazu ein, in diesem Zustand zu verweilen: nicht auf Eindeutigkeit zu bestehen, sondern die Mehrdeutigkeit des Ungeformten zuzulassen.                        www.petranjezic.com

Raum Acht, Bahnhofstrasse 8, 5000 Aarau

In der Küche: Fermentation ist ein Prozess, der die Entropie im Lebensmittel erhöht. Während der Umwandlung durch Mikroorganismen wird Wärme freigesetzt, es verändern sich Struktur, Aroma und Geschmack des Lebensmittels.

Anlässlich der Vernissage vom 12.2.26 vermittelt Susanne Vögeli diese sensorische Entwicklung und macht die Auswirkungen des Prozesses sinnlich erfahrbar.

Raum Acht, Bahnhofstrasse 8, 5000 Aarau

Auch 2026 geht es mit der Konzertreihe von Kevin Sommer weiter – diesmal sind die Musikerinnen und Musiker zu Gast im Raum Acht an der Aarauer Bahnhofstrasse:

Der Genfer Stimmenkünstler Antoine Läng widmet sich seit Jahren der Maultrommel. Dieses Jahr erschien sein Soloalbum.

„Lacher les chiens tant qu’on y est“ – für präparierte Maultrommeln aller Grössen und Formen.

Susanne Vögeli nimmt den «Wintermorgen» von Walter Benjamin in die Küche. Als Text und als Zustand. Es entstehen Handlungen und Aromen die dem Zögern zwischen Schlaf und Aktivität eingeschrieben sind.

Eigens aus Berlin reisen die Trompeterin Carina Khorkhordina und der Elektroniker Eric Wong an. Mit zahlreichen kleinen Lautsprechern, minimalen Klängen und Bewegungen bespielen sie den Raum Acht und den Aussenbereich.

Wie immer gibt es Kleinigkeiten aus der Küche und interessante Getränke.

Wir freuen uns auf euch!

Freitag 16. Januar 2026, 20 Uhr
Eintritt: 10 bis 30 Franken

Raum Acht, Bahnhofstrasse 8, 5000 Aarau

Den fotografischen Ansatz den Rachel Bühlmann in den Berliner Jahren untersuchte, nannte sie „Apotheose und das Profane“ und meinte damit diesen Umkehrprozess der in gewissen Aspekten der Fotografie statt finden kann, wenn eben durch das fotografische Bild, etwas Simples eine „Vergottung“ erlebt und umgekehrt, wenn durch den selben Prozess, etwas göttliches, eine Profanisierung erfährt.

Zur Fotografie „das karge Mahl“ von Rachel Bühlmann zeigt Susanne Vögeli anlässlich der Vernissage wie Reduktion zur Geschmackssache wird.

Vernissage: 4. Dezember, ab 18 Uhr
Ausstellung bis 22. Februar 2026

rachelbuehlmann.ch

«Fülscher’s Nightmare»

Vernissage: 4. September,ab 18 Uhr
Ausstellung bis 12. 10. 2025

Die Zürcher Gestalterin Andrea Münch zeigt in den vier Vitrinen der SKALAA ihre keramischen Interpretationen von Gerichten aus dem Fülscher-Kochbuch.
Die Platten und Teller orientieren sich an den farbigen Abbildungen des Klassikers und übertragen sie in eine dreidimensionale Form.


http://www.andreamuench.com/

Take me away

26. Juni bis 29. August 2025

von Bettina Buser, Textildesign und Susanne Vögeli, kochen und forschen

«Take me away» ist eine kulinarische und textile Auseinandersetzung mit dem Glarnerland. Sie erzählt von Handelsreisen, der Faszination des Exotischen, der Arbeit in den Glarner Druckereien und reist weiter in die Gegenwart: Zur Unterwegsverpflegung, neu interpretierten kulinarischen Spezialitäten und zeitgenössischen Textiltechniken.

3. 4.- 21. 6. 2025 
I was here, Philipp Hänger

«i was here» ist eine Arbeit im Kunst- und Treppenraum Skalaa,

Philipp Hänger sieht im Treppenraum von Skalaa eine Art moderne Höhle, versehen mit einem chaotischen Geflecht von Schriftzügen, Zeichen und sozialen Codes.

In diesem dicht gemalten Substrat aus vorhandenen Botschaften entdeckt Hänger seine ganz eigenen Geschichten und bringt diese für «I Was Here» ans Licht.

Philipp Hänger sucht und findet auf verschiedenen Bezugsebenen. Er formuliert visuell und erzählt die Geschichten mit seinem künstlerischen Vokabular.

9. 1. bis 31. März 2025 
Fotografien in vier Vitrinen, Thomas Kern.

Wie in einem Reigen tauchen die Figuren aus der Dunkelheit auf. Das Blitzlicht hält sie in ihren Bewegungen fest – beim Tanzen, Posieren oder Stolpern. Der Fotograf hat diese Momente eingefangen und sie aus dem Verborgenen ans Licht geholt. Nach dem Blitz verschwinden die Menschen wieder ins Private. In der Dunkelkammer werden die Bilder aus der Zeit gelöst und sichtbar gemacht.

Thomas Kern, geboren 1965, lebt und arbeitet in der Schweiz. Seit 1989 ist er Fotojournalist. 1990 gründete er die Schweizer Fotoagentur Lookat Fotos mit. Seine Arbeit zeigt die Folgen von Kriegen und Konflikten im Alltag, z. B. in Nordirland, Jugoslawien und Haiti. Seit 2023 fotografiert er die Auswirkungen des Klimawandels in Indien. Die Bilder in dieser Ausstellung stammen aus der Schweiz, sie sind Teil seines umfangreichen Archives.

Scarabeografia Sequerciani
vom 26.9. – 30.10. 2024
Eine Erkundung des Giardino Sequerciani, geführt vom Garten selbst.

Samuel Herzog ist zwanzig Käfern zu ebenso vielen Stellen auf dem Gelände rund um das Weingut Sequerciani in der südlichen Toskana gefolgt und hat dort zu verstehen versucht, was die Tieren ihm zeigen wollten. Dabei sind zwanzig Landschaftsfotografien mit Texten entstanden, von denen vier zur Eröffnung des Kunstraums SKALAA in den Vitrinen über der Treppe gezeigt werden. Da es auch die Käfer waren, die dem Schreiber die Hand geführt haben, heisst das Projekt Scarabeografia.

Samuel Herzog: Ich schreibe über meine Reisen, auch wenn sie mich manchmal nur auf das Dach meiner Wohnung führen, beschäftige mich mit kulinarischen Themen und widme mich literarisch-künstlerischen Projekten wie der fiktiven Insel Lemusa, deren Kultur ich seit 2001 in Kunsträumen und Publikationen vorstelle. Seit 2002 lebe ich in Zürich.